

Ralf Lambrecht zum NPD-Verbot
Der Kinder- & Jugendtheatermacher Ralf Lambrecht aus Bochum hat den Aufruf "NPD-Verbot jetzt!" unterschrieben und unter seinen Berufskollegen verbreitet.
Am 28. Januar 2007 schrieb er der Redaktion seine persönlichen Gründe:
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"Als Freier Kinder- & Jugendtheatermacher habe ich keine Lust, in einigen Jahren meine Stücke der neuen Reichskulturkammer vorlegen zu müssen, um sie noch spielen oder eben wahrscheinlich eher nicht spielen zu dürfen. Und da ich nur des Deutschen ausreichend mächtig bin, um mich auf der Bühne zu artikulieren, wird mir auch nicht die Möglichkeit bleiben, in's Exil zu gehen. Wer das jetzt unangemessen überzogen findet: noch im Februar 1933, also nach der Machterschleichung, waren viele Menschen davon überzeugt, dass die Demokratie den Demagogen Hitler schon mit ihren rechtsstaatlichen Mitteln bändigen würde. Nebbich war's gewesen. Also unternehm ich doch lieber jetzt was gegen die neuen Braunen Horden, so lange ich es noch ohne Gefahr für Leib und Leben kann. Außerdem finde ich, gibt es für darstellende Künstler so etwas wie ein ungeschriebenes Berufsethos, nicht nur seiner hehren Kunst gegenüber verantwortlich zu sein, sondern vorallem gegenüber denen, denen man diese Kunst zumutet, unserem Publikum. Leider haben sich einige unserer Vorgänger überhaupt nicht daran gehalten: z.b. hatte Adolf Hitler wirklich einen Schauspiellehrer, nein, nicht Adolf Grünbaum, sondern Paul Devrient, der dem Demagogen der guten Bezahlung wegen unser Handwerkszeug in die Hand gegeben hat, um damit das Volk zu ver- und in den Untergang zu führen. Diese Liste lässt sich weiter fortsetzen, Leni Riefenstahl, Fritz Hippler, Veit Harlan, etc. Und für die Figurentheaterspieler unter Euch: Max Jakob mit seinem Hohensteiner Fronttheater. Als Künstler mit der Gnade der späten Geburt tragen wir natürlich keine Schuld an den Entgleisungen unserer damaligen Berufsgenossen, aber wir tragen die Verantwortung, dass sich so etwas wie die nationalsozialistische Diktatur nie wieder auch nur in ihrer geringsten Ausprägung wiederholt. Die Unterstützung der Kampagne 'NPD-Verbot jetzt' kann einer von vielen möglichen Schritten in diese Richtung sein." |
