»»» Archiv der nonpd-Kampagne 2007 «««
28.6.2007

Bericht:
Idar-Oberstein - wie war's?

Nasse Glatzen in der Fußgängerzone

Etwa 15 Mitglieder verschiedener antifaschistischer Initiativen aus dem Hunsrück haben am Samstag, dem 23.6.2007, in Idar-Oberstein "Kein Bock auf Nazis"- Zeitungen in der Fußgängerzone verteilt, Mülleimer für NPD-Propagandamaterial aufgestellt und Unterschriften für das NPD-Verbot gesammelt.

Nach und nach fanden sich auch noch einige unorganisierte Antifaschisten aus Idar-Oberstein ein, so dass am Ende wohl etwa 25 Leute gegen die Nazis aktiv waren. Wir standen anfangs etwa 40, bald dann etwa 20 Meter von der NPD entfernt, mit Sichtkontakt. Kleine Gruppen von uns waren an zwei anderen Stellen in der Fußgängerzone postiert. Es blieb alles friedlich. Die Polizei beobachtete.

Etwa jede/r zweite bis dritte Angesprochene gab seine/ihre Unterschrift für ein NPD-Verbot (gute Quote), nachdem man davon überzeugt hatte, dass wir nicht zur NPD gehören, sondern gegen die NPD arbeiten. Viele Menschen waren sehr froh, ihren Unmut über die NPD bei uns ablassen zu können und sich mit normalen Menschen unterhalten zu können, nachdem sie von den NPDlern angepöbelt wurden.

Es regnete in Strömen ab dem Zeitpunkt, an dem die NPD ihren Stand, der kein Stand war, sondern nur ein Transparent und ein paar hässliche Fratzen, mit einer Stunde Verspätung aufgebaut hatte und bis zu dem Zeitpunkt, an dem die NPD - eine Stunde früher als geplant - abgebaut hatte. Die NPD war genau eine Minute verschwunden, da eroberte strahlender Sonnenschein den Himmel. Wegen des strömenden Regens waren kaum Menschen in der Fußgängerzone unterwegs.

Die Nazis selbst haben ein desolates Bild abgegeben. Etwa zehn ärmliche Gestalten, im strömenden Regen, ohne Regenjacken, meist auch ohne Schirme oder Mützen - nasse Glatzen eben, dafür aber mannhaft auf Bänken stehend. Albern und klatschnass, bis auf die Knochen.

Fast alle Passanten haben die Annahme der Nazischriften verweigert, insbesondere ab dem Zeitpunkt, an dem wir den Nazis näher auf die Pelle rückten. Manche haben in Unkenntnis, was sie da annehmen, die Prospekte entgegengenommen, zynischweise vor allem Menschen, die kaum Deutsch sprachen - Tamilen aus Sri Lanka, polnische Teenies. Wir haben aufgeklärt.

Einige wenige haben uns erklärt, dass das sowieso nichts bringt, was wir da machen (ach so!) und ganz selten gab's auch mal jemand mit offensichtlichen Sympathien für die NPD.

Am anderen Ende der Fußgängerzone hatte "Die Linke" einen Stand aufgebaut und sammelte ebenfalls Unterschriften für ein NPD-Verbot.

Hunsrück gegen Rechts!

Eine Kampagne der VVN-BdA
© Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten