

Bericht:
Mahngang durch Apolda am 8. Mai 2007
Auftaktveranstaltung des Bündnisses gegen Rechts am Tag der Befreiung
Das neu gegründete Bürgerbündnis gegen Rechts Weimar Land setzte am 8. Mai, dem Tag der Befreiung, in der Kreisstadt Apolda ein deutliches Zeichen gegen Rechts.
Im Vorfeld dieser Veranstaltung wurden von der rechten Szene in Apolda die Ankündigungsplakate aggressiv heruntergerissen, zertreten und entfernt. Doch das hinderte die Veranstalter nicht, ein friedliches Fest im Zentrum der Stadt zu organisieren und durchzuführen.
Parteien und Verbände, so die SPD, Bündnis 90/die Grünen, die Linkspartei PDS, die WASG, der VVN-BdA Weimar/Weimar Land, der Gerberstraßenverein e.V., der Prager Haus Verein e.V., die Gewerkschaft ver.di und Vertreter der ev. Kirche waren mit Infoständen trotz mehrerer Regengüsse präsent und verteilten Informationsmaterial, welches sehr gefragt war.
Unser Verband sammelte Unterschriften für ein NPD-Verbot. Die Eröffnung des Festes nahm der Landrat Hans-Helmut Münchberg vor, der in seiner Rede verschärfte Gesetze gegen rechte Gewalt, Terror und Volksverhetzung forderte und unsere Unterschriftsliste zum NPD-Verbot unterzeichnete.
Ein Street-Soccer Turnier, welches das Jenaer Fanprojekt organisierte, fand mit sechs Mannschaften großen Anklang.
Den Höhepunkt bildete ein zweistündiger Mahngang durch die Innenstadt, an dem sich trotz strömenden Regens 400 Bürgerinnen und Bürger beteiligten. An den Zwischenhalten, dem Mahnmal für die Opfer des Faschismus, dem Prager Haus, am Treffpunkt der Neonaziszene Apoldas, dem Kantplatz und an der Martinskirche sprachen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu den Teilnehmern. So der Vertreter der Jüdischen Landgemeinde Herr Schramm, die Pastorin Barbara Schlenker, die Superintendentin Bärbel Härtel und eine Vertreterin der Antifa-Jugend. In Ihren Redebeiträgen wurde Rechtsextremismus in Deutschland verurteilt, gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit aufgerufen, vor gesellschaftlicher Gleichgültigkeit, dem Wegsehen von rechter Gewalt nachdrücklich gewarnt sowie ein NPD-Verbot angemahnt.
Beeindruckend stellte die Vorsitzende des Prager Hausvereins e.V. am Lebensweg der Bewohner dieses Hauses die Folgen von gesellschaftlicher Intoleranz und Gleichgültigkeit dar. Diese jüdische Familie, einst angesehene Bürger dieser Stadt, wurde während der Nazidiktatur ausgegrenzt, geschmäht, deportiert und ermordet.
So etwas darf sich niemals wiederholen!
Die Apoldaer Rechten hielten sich während der Veranstaltung zurück, fotografierten aber eifrig aus Wohnhäusern die Teilnehmer des Mahnganges und auch das weit wahrnehmbare Logo unserer Anti-NPD-Kampagne "nonpd - NPD Verbot jetzt!".
Bei der Auswertung der Fotos haben sie jedenfalls reichlich Gelegenheit, über sich und eine Selbstauflösung ihrer Strukturen nachzudenken. Für ihr Gedankengut ist auch in Apolda kein Platz.